Ein ganz großer Steirer

Gedenkfeier in Bad Radkersburg für Franz Wegart – den Mann, der die Steiermark zum erfolgreichen Thermenland machte.

Aus Anlass des 100. Geburtstages des im Jahr 2009 verstorbenen Landtagspräsidenten Franz Wegart hat Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer zu einer Gedenkfeier in Bad Radkersburg geladen – in die Stadt, in der Wegart seine Kindheit verbrachte und der er stets besonders verbunden blieb. In einer sehr persönlichen Rede im Quellenhaus der Parktherme hob Schützenhöfer die zahlreichen und großen Verdienste seines politischen Ziehvaters hervor. „Franz Wegart hat viel für die Steiermark getan. Er war beseelt davon, dass die Menschen in unserem Land Arbeit haben“, so der Landeshauptmann, der auch darauf verwies, dass für Wegart stets das faire Miteinander in der Gesellschaft im Mittelpunkt stand.

Unter der Regie von Franz Wegart als Fremdenverkehrsreferent begann eine ebenso aufregende wie auch erfolgreiche Epoche für den Tourismus der Steiermark: Einerseits startete die Entwicklung zur heute so bekannten Thermen-Destination, andererseits wurde das „Grüne Herz“ als Markenzeichen eingeführt. Doch nicht nur das – unter anderem auch die Entstehung des Stubenbergsees und der Ausbau der Skiberge wurden von Wegart mit großem Engagement betrieben.

Bei einem besonderen Moment im neuen „Franz Wegart-Park“ in der Thermenstadt Bad Radkersburg – es wurde ein Gedenkstein enthüllt – nahmen zahlreiche Ehrengäste teil.  Darunter die zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom, ÖAAB-Landesobmann-Stellvertreterin LAbg. Barbara Riener, Seniorenbundobmann Bundesrat Gregor Hammerl Landesgeschäftsführer LAbg. Detlev Eisel-Eiselsberg und Bürgermeister Heinrich Schmidlechner. Der Landeshauptmann begleitete das mit sehr emotionellen Worten: „Franz Wegart bekannte sich stets zu einem gemeinsamen, starken Österreich, insbesondere zu einer starken Steiermark, seiner geliebten und wundervollen Heimat, der er seine ganze Kraft und politische Leidenschaft gewidmet hat“.

Franz Wegart wurde am 25. Juli 1918 in Graz als unehelicher Sohn einer Straßenbahnschaffnerin geboren. Wenige Wochen nach seiner Geburt kam er zu seinen Großeltern nach Altneudörfl bei Radkersburg. Nach dem Krieg begann Wegart seine Tätigkeit in der Steirischen Volkspartei. Josef Krainer senior, der seine politische Laufbahn als Landarbeiter begann, bestellte den Landarbeiter Franz Wegart zum Parteisekretär in Radkersburg. Schon bald danach, im Jahr 1949, erfolgte der Ruf in den Landtag. 1961 wurde Wegart Landesrat, 1971 zum Landeshauptmann-Stellvertreter und 1985 Präsident des Steiermärkischen Landtages. 1993 nahm Wegart dort nach 44 Jahren Abschied. Seine Worte von damals sind vielen in Erinnerung geblieben: „Hütet euch vor Maßlosigkeit, sie hat die Welt einmal in Trümmer gestürzt. Sie ist heute wieder das Gift, das die Politikverdrossenheit schürt und mit verantwortlich ist für die herrschende Krise weltweit!“  Bis kurz vor seinem Tod war Wegart, der in über 100 Gemeinden in der Steiermark Ehrenbürger und Ehrenringträger war, politisch sehr engagiert und interessiert, so auch als Obmann des steirischen ÖVP-Seniorenbundes.

 

Foto: Foto Fischer

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