Bauern können ihr Futter nicht einbringen

Präsident Franz Titschenbacher: Klimawandel trifft Bauern wieder in voller Härte. Ackerbauern und Grünlandbauern leiden stark

Klimawandel trifft heuer Grünland- und Ackerbauern hart. „Der fortschreitende, vom Menschen gemachte Klimawandel trifft auch heuer wieder die steirischen Bäuerinnen und Bauern sehr hart“, sagt Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher. Nach den Spätfrösten der vergangenen zwei Jahre verursachen heuer die fast täglichen Starkniederschläge große Probleme. „In den südlichen und östlichen Teilen der Steiermark leiden die Ackerbauern stark. Auch die Grünlandbauern im oberen Mur- und Mürztal sowie in der Weststeiermark und in den nördlichen Teilen der Bezirke Hartberg-Fürstenfeld sowie Weiz sind stark betroffen“, hebt Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher hervor.

Böden sind wassergesättigt und nicht mehr befahrbar. Die fast täglichen Starkregen-Ereignisse lassen oft innerhalb von wenigen Stunden die Niederschlagsmengen eines ganzen Monats auf die Böden einprasseln. Oft sind das punktuell mehr als 120 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur 12 Stunden.

Grünlandbauern können ihr Futter nicht einbringen, Ackerbauern notwendige Pflegemaßnahmen nicht durchführen. Durch diese enormen Niederschlagsmengen sind die Böden bereits dermaßen wassergesättigt und können keine zusätzlichen Regenmengen mehr aufnehmen. Die Folge: Die aufgeweichten Böden sind nicht mehr befahrbar. Im Ackerbau können notwendige Pflegemaßnahmen an den Kulturen (Kürbis, Mais, Hirse, Soja, Getreide) nicht durchgeführt werden. Die Grünlandbauern können ihr Futter für die Tiere – Heu oder Silage – nicht einbringen. Im Berggebiet sind davon zwei Drittel der Betriebe betroffen. Teils wurde gemäht, doch durch die fast täglichen Starkregen kann das Mähgut nicht eingefahren werden. Sorgen haben auch die Obst- und Weinbauern, weil die Obst- und Weingärten nur unter schwierigsten Bedingungen für die Pflege befahrbar sind.

Bisher schon vier Millionen Euro Schaden durch Hagel. In der Steiermark haben vier große Hagelereignisse in der Landwirtschaft bereits einen Schaden von vier Millionen Euro verursacht. Die größten Schäden wurden am 2. Juni im Raum Straden/Tieschen mit 1.7 Millionen Euro verursacht. Stark betroffen waren die Kulturen Obst und Wein sowie Mais, Hirse, Soja und Kürbis. Am 4. Juni wurden im Raum Zwaring/Wildon/Premstätten sowie Eichfeld Hagelschäden in der Höhe von 1,2 Millionen Euro verursacht. Schnittreifer Salat, fast erntereifes Wintergetreide sowie Kürbis, Mais und Soja wurden stark geschädigt. Bereits Mitte Mai sind durch Überschwemmungen mehr als tausend Hektar Ackerland arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Österreichweit sind bei der Hagelversicherung in den vergangenen Wochen um 50 Prozent mehr Schadensmeldungen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres eingegangen.

 

Foto: LK-Stmk

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