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Aug 19

Titschenbacher appelliert: „Esst heimisches Obst und Gemüse!“

Präsident Titschenbacher ruft den Lebensmittelhandel auf, mit den heimischen Bauern solidarisch zu sein und verstärkt heimisches Obst, Gemüse, Fleisch, Milchprodukte und Käse zu fairen Preisen für Produzenten und Konsumenten anzubieten.

 

Bauerbund-Wahl 2010Obstbauern doppelt betroffen. Durch den russischen Importstopp sind die heimischen Obstbauern doppelt betroffen: Einerseits direkt durch Stornierungen und Rücksendungen bestellter Lieferungen, andererseits indirekt durch den starken Angebotsdruck auf dem EU-Markt. Zumindest 500.000 Kilogramm heimische Qualitätsäpfel hat Russland bereits zurückgeschickt oder abbestellt. Für rund 20 Prozent der europäischen Apfelernte gibt es derzeit keinen Markt. Dazu Präsident Franz Titschenbacher: „Für die betroffenen heimischen Bauern ist die Lage äußerst schwierig.“

 

Titschenbacher-Appell an Steirerinnen und Steirer sowie an Lebensmittelhandel. „Esst bewusst unser gutes und gesundes heimisches Obst und Gemüse, um unsere Bauern zu entlasten“, appelliert Titschenbacher an die Steirerinnen und Steirer. Den Lebensmittelhandel ruft er auf, mit den heimischen Bauern solidarisch zu sein und in den Supermärkten verstärkt heimisches Obst und Gemüse sowie Milchprodukte, Käse und Fleisch zu fairen Preisen für Produzenten und Konsumenten anzubieten. Gleichzeitig appelliert er an die Gastronomie und Großküchen heimische Äpfel zu verwenden. Titschenbacher rechnet vor: „Würde jede Steirerin und jeder Steirer täglich nur einen Apfel essen, könnte das große Problem der heimischen Obstproduzenten stark abgemildert werden.“

 

Titschenbacher: Erster Entlastungsschritt – Lebensmittel für karitative Zwecke und Flüchtlinge. Die jetzt von der EU-Kommission in Aussicht gestellte finanzielle Beihilfe bei kostenloser Abgabe, Ernteverzicht oder vorzeitiger Ernte von leicht verderblichen Obst- und Gemüsearten, begrüßt Präsident Franz Titschenbacher als ersten, wichtigen Entlastungsschritt. Er plädiert dafür, die von Russland nicht mehr benötigten hochqualitativen Lebensmittel Menschen zur Verfügung zu stellen, die diese wirklich brauchen wie beispielsweise für karitative Zwecke oder für Flüchtlinge in Krisenregionen. Die Details für diesen ersten Entlastungsschritt werden erst erarbeitet.

 

Exportinitiative für neue Exportmärkte. Weitere Entlastungsschritte notwendig. „Zur Lösung des Problems brauchen wir mittel- und langfristig neue Zukunftsmärkte. Neue Absatzwege, insbesondere auf Drittmärkten, müssen durch eine forcierte Exportinitiative erschlossen werden“, betont der Kammerpräsident. Damit die von der Importsperre betroffenen heimischen Exportunternehmen, die erstklassige Qualitätsprodukte für den Export bereitstellen, ihre Exportkraft beibehalten können, muss Brüssel beim Sonderagrarministerrat Anfang September konkrete Maßnahmen und Unterstützungen sowie weitere Entlastungsschritte für die betroffenen Bauern aus der sogenannten „Krisenreserve“ anbieten.