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Feb 15

Registrierkassen: Weinbauverband sieht Weinfeste massiv gefährdet

„Obwohl mit der Steuerreform gute und vor allem für die Zukunft unumgängliche Maßnahmen gesetzt wurden, macht die weit an der Realität vorbeizielende Umsetzung der Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht bei den bäuerlichen Brauchtumsfesten dem gesellschaftlichen Leben im ländlichen Raum große Probleme. Den heimischen Weinfesten droht durch falsch angewandte Bürokratie das Aus“, befürchtet Johannes Schmuckenschlager, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes.

 

Johannes Schmuckenschlager - Nationalratsabgeordneter

Johannes Schmuckenschlager – Präsident des Weinbauverbandes

Der Weinbauverband fordert daher eine praktikable Umsetzung der Registrierkassen- und Belegerteilungspflicht für bäuerliche Brauchtumsfeste. „Eine vereinfachte Losungsermittlung und eine Änderung der Belegerteilungspflicht sind unumgänglich. Dabei geht es nicht um eine steuerschonende Konstruktion, sondern schlicht um eine realitätsnahe Umsetzung und um die Rettung österreichischer Kultur-und Lebensweise“, betont Schmuckenschlager.

 

Der Großteil der Weinfeste in Österreich wird gemeinschaftlich von örtlichen Verbänden oder Vereinen organisiert. Im Mittelpunkt steht die Präsentation der einzelnen Weinbaubetriebe – üblicherweise in kleinen Ständen, direkt am Hauptplatz des Ortes oder in den Kellergassen. Schmuckenschlager: „Die Feste sind nicht nur ein Sinnbild ursprünglicher Lebensart und Naturverbundenheit, sondern in erster Linie das Verbindungsstück zwischen Produzent und Konsument. Daher wird die Abwicklung vor Ort von den einzelnen Betrieben persönlich durchgeführt.“

 

Kosten und Nutzen stehen in keinem vernünftigen Verhältnis

 

„Wir haben nun ein Problem, denn die Registrierkasse befindet sich an der Hauptbetriebsstätte. Um die Feste gesetzeskonform durchführen zu können, muss sich somit jeder landwirtschaftliche Betrieb für wenige Festtage eine zusätzliche Registrierkasse anschaffen. Kosten und Nutzen stehen in keiner Weise in einem vernünftigen Verhältnis zueinander. Die Betriebe sind somit gezwungen, Feste abzusagen. Der ländliche Raum verliert so an Wertschöpfung und damit auch an Lebensqualität“, kritisiert Schmuckenschlager.

„Die Brauchtumsfeste werden von Bäuerinnen und Bauern veranstaltet, denen unser Land am Herzen liegt. Der finanzielle Gewinn steht dabei nicht im Vordergrund, vielmehr sind diese wenigen Tage im Jahr unumgängliche Werbemöglichkeiten für die kleinen landwirtschaftlichen Betriebe. Es braucht nachhaltige Verantwortung, die Vielfalt muss erhalten bleiben“, fordert der Weinbau-Präsident.

 

Foto: Parlamentsdirektion