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Sep 10

Fast jeder Zweite denkt ans Zusperren!

Eine Umfrage des Steirischen Bauernbundes lässt alle Alarmglocken läuten! Kurz vor den großen Bauern-Demos am kommenden Samstag in den steirischen Bezirken und in Graz sorgen die Ergebnisse einer NEUES LAND-Online-Umfrage unter Mitgliedern des Steirischen Bauernbundes, an der sich – anonym – 373 Bäuerinnen und Bauern beteiligt haben, für Zündstoff. Besonders unter die Haut geht die Tatsache, dass bereits 46,6 Prozent der befragten Bäuerinnen und Bauern in jüngster Zeit darüber nachgedacht haben, ihren Hof zuzusperren und ganz einfach aufzuhören. In Anbetracht der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung der Bauernschaft in diesem Land ein absolut erschreckender Wert.

Old rusty with padlock on a wooden door.

 

Im Hintergrund dieser Überlegungen stehen ganz offensichtlich massive Zukunftsängste: 53,6 Prozent der Befragten sehen „eher pessimistisch“ in die Zukunft, 19,8 sind sogar „sehr pessimistisch“. Optimismus ist also derzeit zur Rarität geworden.

 

In diesen Zusammenhängen kommt es dann auch nicht überraschend, dass in fast der Hälfte aller Bauernhöfe im ganzen Land mittlerweile die Nachfolgefrage zum heißen Eisen geworden ist: Bei 40,8 Prozent der Befragten sind die Töchter und Söhne „eher nicht“ bereit, den Hof zu übernehmen, bei 7,0 Prozent „auf keinen Fall“.

 

Die Bandbreite der Betroffenheit in der aktuellen Krisensituation ist enorm: Drei Viertel der Bauernschaft leiden darunter. Für 51,5 Prozent der Befragten hat sich die Lebens- und Wirtschaftssituation durch die aktuellen Preisentwicklungen „verschlechtert“, für 24,9 Prozent sogar „sehr stark“. Folglich steht man auch zunehmend auf der Ausgaben-Bremse! Bereits 36 Prozent halten sich mittlerweile bei Investitionen zurück, 19 Prozent stellen sogar Instandhaltungsarbeiten zurück. Und 27,6 Prozent sehen sich zu Einschränkungen in der persönliche Lebensführung gezwungen.

 

Bauernbund-Obmann Landesrat Hans Seitinger dazu: „Die Signale, die wir nicht nur in Form von Prozentzahlen, sondern auch mit vielen einzelnen, bewegenden Aussagen empfangen haben, machen schonungslos deutlich, dass die Situation brisant ist. Es geht einerseits um die akut notwendig gewordene Existenzsicherung für die steirische Bauernschaft, aber andererseits auch um Schlüsselfragen für die gesamte Gesellschaft in unserem Land – nämlich Lebensqualität, wirtschaftliche Stabilität, Versorgungssicherheit und manches mehr. Wir führen also nicht allein einen Kampf für die Bauernschaft, sondern einen Kampf für das ganze Land und seine hohe Lebenskultur!

 

Seitinger weiter: „Besonders betroffen macht mich die Tatsache, dass die Antworten auf die wesentlichen Zukunftsfragen – zum Beispiel Hof-Übernahme durch Söhne und Töchter oder Investitionsbereitschaft – von zum Teil tiefem Pessimismus geprägt sind. Das macht uns klar, dass es nicht fünf vor, sondern leider bereits fünf nach Zwölf ist. Und dass es für alle Verantwortlichen – nicht zuletzt jene in den Kommandozentralen der großen Handelsketten – allerhöchste Zeit ist, zu reagieren. Wir dürfen in diesem Zusammenhang jedoch keinesfalls darauf vergessen, dass letztlich die Konsumenten das Sagen haben. Wir brauchen daher ganz dringend Ihr Verständnis, Ihre Sympathie und vor allem ihre Bereitschaft, viel mehr auf die Qualität als auf den Preis zu achten.