Übergabe des Positionspapiers zur Europäischen Agrar- und Handelspolitik an hochrangige EU-Vertreter
Der Steirische Bauernbund beteiligte sich an den Demonstrationen gegen den Vorschlag zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 und zur Ablehnung des unfairen Freihandelsabkommens Mercosur in Brüssel. Rund 10.000 europäische Bäuerinnen und Bauern nahmen am Marsch zum Europäischen Parlament teil. Als starkes Zeichen überreichten die steirischen Vertreter Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger und Bauernbund-Direktor Bernd Brodtrager ein Positionspapier, das zusammen mit den Land&Forstbetrieben Steiermark verfasst wurde, mit zentralen Forderungen der steirischen Bäuerinnen und Bauern an Elisabeth Werner, Generaldirektorin für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, in der Europäischen Kommission.
Gemeinsame Agrarpolitik muss eigenständig und fair bleiben
Der aktuelle Vorschlag der Europäischen Kommission sieht im Zuge des mehrjährigen Finanzrahmens eine Zusammenführung der Agrarpolitik mit den Bereichen Sicherheit und Migration ab 2028 vor. Zusätzlich sollen die Agrargelder um rund 20 Prozent gekürzt werden, bei gleichzeitiger Aufstockung des MFR auf 2000 Milliarden Euro. Der Steirische Bauernbund spricht sich klar gegen Kürzungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und gegen eine Aufweichung des bewährten Zwei-Säulen-Systems mit der Ländlichen Entwicklung aus. Die GAP muss auch nach 2027 eigenständig, fair und inflationsangepasst bleiben. Sie ist ein Grundpfeiler für bäuerliche Einkommen, Umweltleistungen, Versorgungssicherheit und den Erhalt unserer kleinstrukturierten Familienbetriebe.
Andreas Steinegger betont: „Der aktuelle Vorschlag ist nicht nur eine Bankrotterklärung für die Entwicklung des ländlichen Raums, sondern gefährdet die bäuerlichen Einkommen, erbrachte Umweltleistungen und die Versorgungssicherheit der europäischen Bevölkerung. Kein einziger Mitgliedsstaat hat diesen Vorschlag eingebracht. Dies ist ein Alleingang der EU-Kommission, der zu weit geht.“
Klares Nein zu Mercosur bleibt bestehen
Besonders scharf kritisiert der Steirische Bauernbund weiterhin das für die Landwirtschaft unausgewogene Mercosur-Handelsabkommen, während gleichzeitig geplante Kürzungen bei den europäischen Bäuerinnen und Bauern im Raum stehen.
Bernd Brodtrager stellt klar: „Die aktuelle gesamtwirtschaftliche Lage ist uns bewusst, und wir stehen auch zu fairem Handel. Die Europäische Union hat über 40 Handelsabkommen mit mehr als 70 Ländern abgeschlossen. Es ist jedoch nicht akzeptabel, dass unsere Bäuerinnen und Bauern strengste Auflagen erfüllen müssen, während gleichzeitig Billigimporte mit deutlich niedrigeren Standards in den europäischen Markt drängen. Wir können keinen Handelsabkommen zustimmen, die unsere Standards nicht einhalten. Mercosur wäre in dieser Form ein Schlag ins Gesicht der bäuerlichen Familienbetriebe.“
Übergabe des Positionspapiers an Generaldirektorin für Landwirtschaft
Im Zuge der Proteste trafen Steinegger und Brodtrager mit der ranghöchsten Beamtin für Landwirtschaft und ländlicher Entwicklung der Europäischen Kommission, Elisabeth Werner zusammen. Dabei haben sie die wichtigsten Anliegen von über 700 Bäuerinnen und Bauern aus der Steiermark, die im Zuge der Bauernbund-Kampagne „Die Steiermark in Europa“ gesammelt wurden, an die EU-Kommission übergeben. Neben einer eigenständigen Agrarpolitik und fairen Handelsabkommen fordert der Steirische Bauernbund einheitliche Pflanzenschutzstandards in ganz Europa sowie Planungs- und Investitionssicherheit für junge Tierhalter.
Das gesamte Positionspapier finden Sie hier: https://www.stbb.at/wp-content/uploads/2025/12/Positionspapier.pdf







