Nach dem heutigen Start des Ratifizierungsprozesses für die Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und dem südamerikanischen Staatenbündnis Mercosur zeigt sich der Steirische Bauernbund trotz finanzieller Zugeständnisse durch die EU-Kommission weiterhin sehr ablehnend.
„Dieses Abkommen stellt weiterhin eine massive Gefahr für die heimische Landwirtschaft dar. Unsere kleinstrukturierten Familienbetriebe dürfen nicht unter die südamerikanischen Agrarindustrie-Räder kommen, denn das gefährdet die Versorgungssicherheit und viele bäuerliche Existenzen in Österreich“, so Bauernbund-Direktor Bernd Brodtrager.
Bei Mercosur handelt es sich um ein veraltetes Abkommen, das bereits seit 1999 verhandelt wird und den Nachhaltigkeitsnormen vergleichbarer Abkommen der Gegenwart in den Bereichen Klima- und Umweltschutz, Produktionsstandards und sozialen Absicherungen keinesfalls genügt. „Während unsere Landwirtinnen und Landwirte nachhaltig und unter strengsten Vorschriften produzieren, droht durch das Abkommen eine Verdrängung unserer heimischen Produkte durch Billigimporte aus Ländern mit deutlich niedrigeren Standards“, so Brodtrager weiter.
Heimische Landwirte müssen vom Marktpreis leben können
Der Steirische Bauernbund kann nicht hinnehmen, dass die Europäische Kommission Landwirtinnen und Landwirte mit Beihilfen bei Marktverwerfungen (außergewöhnliche Preisschwankungen) abfertigen will, sondern unsere Bäuerinnen und Bauern müssen von jenen Geldern leben können, die sie am Markt für ihre hochwertigen Produkte erwirtschaften.
„Das Mercosur-Abkommen ist im Bereich der Landwirtschaft weiterhin unfair und unausgewogen. Solange importierte Lebensmittel nicht den Qualitätsstandards heimischer Produkte entsprechen und keine verpflichtende Herkunftskennzeichnung erfolgt, können wir im Sinne unserer Bäuerinnen und Bauern und zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten diesem Abkommen nicht zustimmen“, so Brodtrager abschließend.







