Trockenheit und angespannte Lage am Schweinemarkt stand im Mittelpunkt des Austauschs.
Die zunehmende Trockenheit und die schwierige Lage auf den landwirtschaftlichen Märkten stellen aktuell viele bäuerliche Familienbetriebe vor große Herausforderungen. Auf Einladung des Steirischen Bauernbundes besuchte Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig die Steiermark und informierte sich bei zwei Betriebsbesuchen über die Situation vor Ort.
Trockenheit belastet steirische Landwirtschaft
Auf einem Bio-Grünlandbetrieb im Mürztal standen die Folgen der Trockenheit, insbesondere die zunehmende Futtermittelknappheit und die Marktsituation im Mittelpunkt. Gemeinsam mit Landwirtschaftskammerpräsident Andreas Steinegger wurden bessere rechtliche Rahmenbedingungen für den Zugang zu Wasser und die Wasserentnahme sowie eine kleinräumigerere Schadensfeststellung bei Trockenheit thematisiert, damit regionale Unterschiede besser berücksichtigt werden können.
Einheitliche Tierhaltungsstandards und Herkunftskennzeichnung notwendig
Bei der Firma Steirerfleisch stand anschließend die angespannte Situation am Schweinemarkt und die Zukunft der heimischen Schweinehaltung im Fokus. Österreichs Betriebe produzieren fast ausschließlich für den heimischen Markt und sind daher besonders auf stabile Rahmenbedingungen im Inland angewiesen. Gleichzeitig sorgen die internationalen Exportschwierigkeiten Spaniens infolge der Afrikanischen Schweinepest dafür, dass größere Mengen von spanischen Billigschweinefleischs am europäischen Markt verbleiben. Das erhöht den Preisdruck und bringt auch die heimische Produktion in Schwierigkeiten.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig: „Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen faire Wettbewerbsbedingungen. Deshalb setze ich mich auf europäischer Ebene konsequent und mit Nachdruck dafür ein. Die derzeit diskutierte EU-Nutztierstrategie bietet die Chance, Produktionsstandards europaweit stärker zu harmonisieren, das unterstütze ich ausdrücklich. Gleichzeitig arbeiten wir daran, überzogene europäische Vorgaben, etwa im Rahmen der Industrieemissionsrichtlinie, praxistauglich auszugestalten und bürokratische Hürden abzubauen. Nur mit fairen und verlässlichen Rahmenbedingungen können wir die heimische Tierhaltung stärken und unsere regionale, hochwertige Lebensmittelproduktion langfristig absichern.“
„Unsere tierhaltenden Betriebe produzieren unter hohen Standards und leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgung mit heimischen Lebensmitteln. Um diese Produktion langfristig abzusichern, brauchen wir einheitliche EU-Standards, eine flächendeckende Herkunftskennzeichnung und die Solidarität der Konsumentinnen und Konsumenten durch den bewussten Griff zu heimischen Lebensmitteln – auch in der Gastronomie“, betont Landwirtschaftskammerpräsident Andreas Steinegger.
Direkter Austausch ist Stärke des Bauernbundes
Am Abend diskutierten über 80 Bäuerinnen und Bauern mit dem Landwirtschaftsminister über aktuelle Herausforderungen und notwendige Lösungen.
„Die Stärke des Bauernbundes ist unser großes Netzwerk. Wir haben den Besuch organisiert, um die Anliegen unserer Betriebe direkt an den Minister heranzutragen. Es braucht praxistaugliche Lösungen sowohl im Umgang mit Trockenheit als auch für die heimische Schweinehaltung. Der offene Austausch war sehr produktiv und der Minister hat unsere Anliegen positiv aufgenommen“, erklärt Bernd Brodtrager, Direktor des Steirischen Bauernbundes.
Nun gilt es, die angesprochenen Themen konsequent weiterzuverfolgen und verlässliche Perspektiven für die steirischen Familienbetriebe zu schaffen.






![Landesobmann der Steirischen Jungbauern David Tischler, Landwirtschaftskammerpräsident Andreas Steinegger, Landesobfrau Landesrätin Simone Schniedtbauer, Landwirtschaftskammer-Vizepräsidentin Maria Pein, Landtagsabgeordneter und StVP-Agrarsprecher Franz Fartek sowie Bauernbund-Direktor Bernd Brodtrager. [© Arthur]](https://www.stbb.at/wp-content/uploads/2026/07/STBB-LBR-01-110x80.jpg)
