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Sep 10

Jungbauern präsentieren Broschüre

Jungbauernschaft präsentiert neue Broschüre um die Diskussion der Konsumenten über landwirtschaftliche Brennpunkt-Themen zu führen: „Landwirtschaft aufgedeckt – so arbeiten Österreichs Bauern wirklich!“

LW AufgedecktBereits seit einiger Zeit beschäftigt sich die Österreichische Jungbauernschaft als größte agrarische Jugendorganisation mit bundesweit 45.000 Mitgliedern mit der realitätsnahen Darstellung der Landwirtschaft. Letztes Jahr wurde mit der Schulbuch-Offensive eine erste Initiative gestartet, nun möchte man mit der neuen Broschüre die Konsumenten direkt ansprechen und dabei fachlich fundiert die aktuellen, durchaus sensiblen Brennpunkt-Themen erläutern. „Es führt kein Weg daran vorbei, der nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung zu erklären, wie wir Bauern produzieren. Dabei gibt es auch einige heikle Themen, die in unserem neuen Format dargestellt werden“, berichtet Stefan Kast, Bundesobmann der Österreichischen Jungbauernschaft.

Gentechnik, Antibiotika-Einsatz & Ferkelkastration im Fokus

Das neue Informationsdokument der Jungbauern schreckt nicht davor zurück, sensible Themen der Landwirtschaft anzusprechen. So wird darin etwa dargestellt, aus welchen Gründen die männlichen Ferkel kastriert werden oder beispielsweise warum sich fallweise ein Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung nicht vermeiden lässt. Mit dieser Broschüre wird versucht, diese schwierig zu erläuternden Sachthemen für jedermann verständlich aufzubereiten, aber auch klar herauszuarbeiten, was unsere Höfe von der internationalen Agrarindustrie unterscheidet. Jungbauern-Obmann Kast: „Als Vertretung der heimischen Bauern müssen wir solche Themen aktiv aufgreifen und offensiv bearbeiten, sonst fällt uns das auf den Kopf. Auf die Leute zugehen und um Verständnis für unser Tun zu werben ist das Gebot der Stunde.“

Wissen der Bevölkerung über Landwirtschaft geht weiter zurück

Vieles von dem, was früher selbstverständlich war, kennen die Menschen heute nur mehr aus Erzählungen, aber nicht mehr aus eigenem Erleben. Dadurch entstehe eine Illusion, die durch Bilder – zum Beispiel eines modernen Stallgebäudes – jäh zerstört wird.

„Als Bauernbund-Präsident ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass die Konsumenten ein realistisches Bild vom Leben und Arbeiten auf unseren Bauernhöfen erhalten. Es gibt weder den Märchenbauernhof, noch die vielen Klischees, die in unserer intensiven Medien- und Werbewelt oftmals vermittelt werden. Die lila Kuh oder das sprechende Schwein gibt es nicht“, macht Auer deutlich.

Höchste Standards müssen abgegolten werden

Ein weiteres Problem sieht OÖ Jungbauern Landesobmann Johannes Huemer in den unterschiedlichen Qualitätsstandards in Europa und der Welt. Österreich ist hier oftmals der einsame Spitzenreiter. „Wir stehen zu unserer erstklassigen Qualität und auch zu den hohen

Standards. Doch das Einhalten dieser Standards ist auch mit immer höheren Kosten für die Bauern verbunden“, betont Huemer. Um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben, müssen der Handel und die Konsumenten diese Mehrkosten auch dementsprechend abgelten. „Es kann nicht sein, dass wir überall höhere Produktionskosten haben, der Preis aber gleich sein soll wie bei billiger produzierten Lebensmitteln“, ärgert sich Huemer. Die immer weiter auseinandergehende Schere macht es für die Bäuerinnen und Bauern äußerst schwierig bis unmöglich, kostendeckend zu wirtschaften. Eine weitere Ursache für den Preisverfall ist, neben einer europaweiten Marktkrise, ausgelöst durch das russische Einfuhrverbot, auch die Dürre des heurigen Sommers.