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Dez 05

Jungbauern: Die bäuerlichen Familienbetriebe stärken!

Groß war die Nachfrage zur Teilnahme am  „Tag der jungen Landwirtschaft“ in Wien. Rund 160 Junglandwirte fühlten sich vom Thema „Die bäuerlichen Familienbetriebe stärken“ angesprochen und nützten die Gelegenheit zur Diskussion über Chancen und Herausforderungen der heimischen Betriebe.

referentenHochkarätig war auch die Riege der Ehrengäste, die Stefan Kast, Bundesobmann der Österreichischen Jungbauernschaft – Bauernbund Jugend, willkommen heißen konnte. Mit Bundesminister DI Andrä Rupprechter und den Referenten DI Reinhard Wolf (Vorstandsdirektor der RWA), Dr. Franz Fischler (ehem. EU-Agrarkommissar), Dr. Kurt Weinberger (Generaldirektor der Hagelversicherung) und Gerd Sonnleitner (UN-Botschafter für die bäuerlichen Familienbetriebe) konnte man die Diskussion bestmöglich besetzen. „Dieser Junglandwirte-Tag ist zu einem jährlichen Fixpunkt im Veranstaltungskalender der Jungbauernschaft geworden, bei dem wir Themen mit Abstand vom agrarpolitischen Alltag diskutieren“ so Kast. „Wir dürfen nicht in Legislaturperioden denken, sondern versuchen den Landwirten auch aufzuzeigen, wie wichtig es ist, dass man auch Visionen hat.“

„Der bäuerliche Familienbetrieb ist das Erfolgsmodell der Zukunft!“

In seinem Referat hob RWA-Vorstandsdirektor DI Reinhard Wolf die positiven Zukunftsaussichten der österreichischen Landwirtschaft hervor. Er skizzierte die globalen Veränderungen und Trends im Bereich Ernährung und Lebensmittelversorgung und konnte somit einen umfassenden Umriss des Themas geben.

Als zweiter Referent ging Dr. Franz Fischler ins Rennen. Mit rhetorischem Geschick und den langjährigen Erfahrungen, die er als aktiver Politiker machte, konnte er die anwesenden Jungbauern begeistern. „Die europäische Agrarreise geht unaufhaltsam weiter“, so Fischler. Er betonte, dass „die Bauern in Zukunft noch stärker die Märkte beobachten und mit ihnen arbeiten müssen. Nur dann kann man sich im politischen und gesellschaftlichen Wettbewerb behaupten“.

Dr. Kurt Weinberger, Generaldirektor der Hagelversicherung, regte mit seinem Referat die Teilnehmer zum intensiven Nachdenken an. Kein Wunder, ging es schließlich unter anderem um die Frage, wie wir den sorglosen Umgang mit Grund und Boden ändern können. Er zeigte auf, dass andere Länder bereits auf einem vorbildlichen Weg sind: „22 ha Agrarland werden jeden Tag verbaut“, berichtete Weinberger den jungen Bauern.

Bereits im Vorfeld war das Interesse rund um Gerd Sonnleitner aus Bayern, der im Jahr 2014 als Botschafter der Vereinten Nationen für die bäuerlichen Familienbetriebe fungiert, groß. Die hochgesteckten Erwartungen der anwesenden Jungbauern konnte er in beeindruckender Art und Weise erfüllen. Mit detaillierten, punktgenauen Argumenten strich er abermals die Notwendigkeit der hiesigen Agrarstrukturen hervor. Sonnleitner beschrieb seine Erfahrungen, die er in anderen Kontinenten über die Landwirtschaft gemacht hat. Er resümiert: „Der bäuerliche Familienbetrieb ist das Erfolgsmodell der Zukunft!“

Innovationspreise 2014 vergeben

 Bei den Finalisten des Innovationspreises, der heuer bereits zum vierten Mal von der Österreichischen Jungbauernschaft ausgeschrieben wurde, stieg im Anschluss der Adrenalinpegel. Stefan Kast erklärte die Innovationskraft junger Betriebsübernehmerinnen und –übernehmer als „ganz zentralen Schlüssel für die Zukunft“: „Wir wollen mit diesem Projekt vorbildhaft engagierte und wirtschaftende junge Betriebsideen in Österreich auszeichnen.“ Nicht verwunderlich waren die vielen Einreichungen und Bewerbungen, winkten als Gewinn doch jeweils Sachpreise im Gesamtwert von 10.000 Euro, die vom Lagerhaus als Hauptsponsor zur Verfügung gestellt wurden. „Die Landwirtschaft braucht junge dynamische Menschen, die mit neuen Ideen voran gehen. Wir unterstützen den Innovationspreis, da es uns ein großes Anliegen ist, diese Ideen zu würdigen und gleichzeitig nahe an den Trends von morgen zu sein. Denn nur wenn wir wissen, welchen Weg die jungen Bäuerinnen und Bauern gehen, können wir uns darauf einstellen und diese bestmöglich unterstützen. Gerade heuer zeigen die Einreichungen, wie sehr sich die Jugend mit der Welt von morgen beschäftigt, insbesondere mit den Themen Produktion und Vermarktung“, so Reinhard Wolf, Generaldirektor der RWA.

Sehen lassen konnte sich auch wieder die Palette der eingereichten Ideen zur bäuerlichen Betriebsführung. Quer durch die modern interpretierten Klassiker Land-, Wein- und Gemüseanbau sowie Viehzucht gingen die Bewerbungen. Auch innovative Ansätze im zuletzt boomenden Segment „Ökoenergie“ durften natürlich nicht fehlen.

Die Gewinner des Innovationspreises 2014

Dieses Jahr holten sich Michael Mandl & Antonia Krenn aus NÖ (26 bzw. 23) mit ihrem Projekt „Bock auf Ziege?“ den unumstrittenen Finalsieg. Nach der Hofübernahme legten die beiden Jungbauern den Fokus auf die Produktion von Ziegenmilch und Käseproduktion. Mit einer neuen BIO-Ziegenkäserei konnte man die Qualität des Herstellungsprozesses wesentlich steigern. Die Kreation einer neuen Marke, einer gänzlich neuen Vermarktungsstrategie und der umweltfreundlichen Verpackungen runden das eingereichte Projekt ab.

In eine Nische stößt ein 28-jähriger Kärntner vor. Zweitplatzierter Hans-Peter Huber (28) vermarktet unter der Marke „Nockberge Eis“ eine stattliche Menge an Speiseeis direkt ab Hof. Die Menge (mittlerweile 22.000 Liter), die er auf seinem Hof, dem höchsten Milchhof Kärntens, dieses Jahr produzierte, gibt seinem Innovationsgeist Recht.

Durch Zufall stieß die Salzburgerin Cornelia Rohrmoser (34) auf die tiergestützte Intervention, die sie zum neuen Betriebszweig auf ihrem Hof etablierte. Bei dieser werden Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf (sprachliche, soziale Defizite) mit Hilfe der Tiere bei ihrer Ausbildung unterstützt. Viele geprüfte Tier kommen dabei zum Einsatz: 2 Esel, 1 Schwein und etliche Hühner sind auf diesen Gebiet geschult worden. Die Jury prämierte diese innovative Idee mit dem 3. Platz.