Finden Sie hier die Vorschläge der EU-Kommission zur GAP-Reform


Präsident Wlodkowski spannte Brücke zwischen Leistungsabgeltungen und volkswirtschaftlicher Bedeutung der Bäuerinnen und Bauern

Bauernbundlandesobmann Präsident Gerhard Wlodkowski stellte in seinem Eingangsstatement klar, dass 1% der Steuerleistung für die Landwirtschaft kein Geschenk darstellt, sondern eine Notwendigkeit zur Erhaltung der klein strukturierten, hochqualitativen Landwirtschaft mit bäuerlichen Familienbetrieben. Wlodkowski zeigte den Wert der Landwirtschaft für die gesamte Volkswirtschaft auf: „In wirtschaftlich harten Zeiten ist die Bedeutung der Landwirtschaft für die Erhaltung der Arbeitsplätze im vor- und nachgelagertem Bereich von zentralem Interesse, wie auch die Forstwirtschaft 55.000 Arbeitsplätze in der Steiermark sichert.“ Wlodkowski verwies in diesem Zusammenhang auf die kürzlich in der Steiermark abgehaltene Austro-FOMA, die Fachmesse für forstliche Maschinen, die mehr als 20.000 Besucher verzeichnen konnte.

Pauschalierung und Ferkelschutzkorb sind wesentliche Teile zur Absicherung bäuerlicher Landwirtschaft in der Steiermark
Die Bedeutung der Pauschalierung hob der Bauernbundobmann auch hervor und sprach sich vehement gegen die Vermögensbesteuerung aus. „Die Bauern leben nämlich vom Ertrag auf Grund und Boden und nicht von deren Besitz und dessen Veräußerung“, unterstrich er seine Ansicht zur Vermögensbesteuerung. Weiters sprach sich Wlodkowski für klare Regeln für unsere Schweinebauern aus. Der Landesobmann verdeutlichte, dass der Schutz der Ferkel nur durch den Ferkelschutzkorb gewährleistet ist. Er wehrte sich heftig gegen das militante Auftreten der Tierschutzorganisationen, die den Fortbestand der Schweinebauern durch populistischen Aktionismus aufs Spiel setzen. Der Obmann der Schweineerzeugergenossenschaft Styriabreed, Josef Polz, ergänzte noch: „Die Schweinebranche trägt alles mit, was EU-weit Geltung hat. Allerdings sind Alleingänge Österreichs im europäischen Wettbewerb kontraproduktiv und würden das Ende vieler Schweinebauern bedeuten.“


Agrarlandesrat Hans Seitinger: Verwaltungs- und Gemeindereform zukunftssichernd

LR Seitinger verteidigte die Verwaltungsreform des Landes und die Notwendigkeit von Gemeindezusammenführungen. „Die Abschaffung des Proporzes erfordert eine neue Art der Regierungsverhandlungen und ermöglicht neue Formen der Zusammenarbeit“, klammerte er kein Landesthema aus. Seitinger wies abschließend auf die Bedeutung der Verbände und Organisationen hin, die wichtige Aufgaben im operativen Bereich beim Marktzugang zu erfüllen haben.


Kommissionsvorschläge zur GAP-Reform liegen am Tisch

Die Hauptreferentin am 136. Landesbauernrat, DI Edith Klauser, Sektionschefin im Landwirtschaftsministerium, informierte sehr detailliert über die Kommissionsvorschläge zur Agrarreform. Verwaltungsvereinfachung und ausreichende finanzielle Dotierung sind wichtige Voraussetzungen für das Aufrechterhalten einer flächendeckenden Landwirtschaft in Europa, die aber im derzeitigen Vorschlag noch verbesserungswürdig sind. „Das gute Netzwerk der österreichischen Interessensvertretung hatte bereits sehr erfolgreiche Auswirkungen beim Erarbeiten der Kommissionsvorschläge“, verdeutlichte SC Klauser die Wichtigkeit einer funktionierenden österreichischen Interessensvertretung. So konnte eine EU-weit einheitliche Prämie verhindert, eine Kleinlandwirteregelung eingeführt und der Kofinanzierungssatz in der ländlichen Entwicklung beibehalten werden. „Insgesamt stellt der Kommissionsvorschlag eine gute Diskussionsgrundlage dar, die aber noch gewaltige Anstrengungen erfordert, um die Zukunft für unsere Bauern absichern zu können“, schloss Klauser ihren spannenden Vortrag.
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