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Zentrale Zukunftsfelder für die Steiermark
Zentrale Zukunftsfelder für unser Land sind für die beiden Sozialpartnerpräsidenten die Schaffung von zusätzlichen 10.000 Green Jobs bis 2020 in der Steiermark, eine nachhaltige Stärkung des ländlichen Raumes sowie die Umsetzung der Energiestrategie 2020 für eine sichere Energiezukunft. Außerdem sprechen sich Hainzl und Wlodkowski gegen Benachteiligungen und Bewirtschaftungseinschränkungen von Unternehmen und landwirtschaftlichen Betrieben in den zu großzügig ausgewiesenen Natura 2000-Gebieten der Steiermark aus.
Wirtschaftsstandort Steiermark: 10.000 neue Green Jobs bis 2020
Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer unterstützen die Initiative „Masterplan Green Jobs“ von Landwirtschafts- und Umweltminister Niki Berlakovich, wodurch bis 2020 österreichweit 100.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Davon sollen 30.000 allein durch die Förderung der thermischen Sanierung entstehen. Hainzl: „Für die Steiermark bedeutet die Initiative Green Jobs 10.000 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse.“ Insgesamt stehen im Fokus des Masterplans die Bereiche Land- und Forstwirtschaft, Umwelttechnik, erneuerbare Energien sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft. Dazu Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski: „In den steirischen Wäldern schlummern enorme Reserven an Energieholz. Durch eine forcierte Nutzung dieser Potenziale können in der steirischen Holzund Forstwirtschaft, die derzeit bereits 56.000 Arbeitsplätze sichert, weitere 590 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. In diesem Zusammenhang entstehen auch innerhalb der Land- und Forstwirtschaft neue Beschäftigungsfelder wie beispielsweise der Beruf Biomasse-Facharbeiter.“
Green Jobs als Wachstumsmotor. Forschungs- und Entwicklungsprämie auf 12 Prozent anheben
Green Jobs haben Potenzial für die Zukunft. Schon die erste steirische „Green Job“-Initiative von Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer, Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann und Wirtschaftskammer-Präsident Ulfried Hainzl vom Sommer 2009 hat alle Ziele übertroffen. Sogar 874 statt geplanter 600 neuer Lehrplätze in der Energie- und Umwelttechnik konnte man bis Ende 2010 schaffen. Hainzl: „Die steirische Wirtschaft setzt auf jene Felder, wo es große Wachstumschancen gibt. Mit dem steirischen Cluster Eco-World-Styria, dem Kompetenzzentrum für Energie-, Klima- und Installationstechnik sowie der Bereich Umwelttechnik im Internationalisierungscenter (ICS) sind wir gut aufgestellt.“ Daher fordert der Wirtschaftskammer-Präsident: „Die Anhebung der Forschungs- und Entwicklungsprämie von acht auf 12 Prozent für grüne Technologien. Auch in Zeiten großer Sparnotwendigkeiten müssen aktive Signale gesetzt werden, um die Zukunftstrends für Österreich bestens zu nützen.“
Nachhaltige Stärkung des ländlichen Raumes. Absicherung der Ausgleichszahlungen
Die Zukunft des ländlichen Raumes hängt maßgeblich von innovativen, landwirtschaftlichen und gewerblichen Betrieben ab. Landwirtschaftskammer und Wirtschaftskammer setzen sich nachhaltig für eine Stärkung und attraktive Gestaltung des ländlichen Raumes ein, um die Abwanderung zu bremsen. „Mit jährlich 1,2 Milliarden Euro ist die steirische Land- und Forstwirtschaft eine der größten Investoren und Jobmotoren im ländlichen Raum. Außerdem pflegen und gestalten die heimischen Landwirte mehr als 80 Prozent der Landesfläche, die Grundlage für den wichtigen Devisenbringer Tourismus ist“, unterstreicht Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski und verlangt: „Dass aus den öffentlichen Budgets auch künftig Ausgleichszahlungen und Leistungsabgeltungen für die Bauern finanziert werden, damit weiterhin sichere und gute Lebensmittel hergestellt und die Bewirtschaftung der Landesflächen gewährleistet werden können.“ Auch für den Wirtschaftskammer-Präsidenten steht fest: „Der Tourismus profitiert von der gepflegten Landschaft, den regionalen Schönheiten und den hervorragenden Produkten der heimischen Landwirtschaft. Da gibt es zahlreiche Beispiele erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Wirtschaft. Das soll noch weiter verstärkt und ausgebaut werden.“ Und weiter: „Eines der heurigen WK-Leitthemen ist es, die Zukunft der Regionen sicherzustellen. Dies kann nur mit der Landwirtschaft gemeinsam passieren, da die Landwirtschaft eine wichtige Rolle für den ländlichen Raum spielt.“ In diesem Zusammenhang verlangt die Wirtschaftskammer eine Breitband-Offensive, selbst führt sie die Betriebsnachfolge-Initiative „Follow me“ fort.
Falsche Signale: Nichtausbau der Murtal-Schnellstraße und Schließung von Frachtbahnhöfen
Die Aufrechterhaltung des öffentlichen Personen- und Güterverkehrs und des Straßen- und Wegenetzes sind für einen attraktiven ländlichen Raum essentiell. „Die massive Verteuerung von Holztransporten und die Schließung von Frachtbahnhöfen durch die Rail-Cargo Österreich gefährden beispielsweise viele Arbeitsplätze im erfolgreichen steirischen Holzcluster. Gleich wie der gestoppte Ausbau der Murtal-Schnellstraße S36 ist dies das falsche Signal an die Bevölkerung im ländlichen Raum“, kritisiert der Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski und fügt hinzu: „Ich hoffe, dass die Entscheidungsträger dieses Ansinnen noch überdenken und davon ablassen.
Endlich Energiestrategie 2020 umsetzen. Ausbauoffensive für Ökowärme starten
„Eine sichere Energieversorgung zu stabilen Preisen ist für die Bevölkerung essentiell“, betonen die Präsidenten Hainzl und Wlodkowski. Die von den steirischen Sozialpartnern vorgelegte Energiestrategie 2020 gewährleistet dieses Ziel, die diesbezüglichen Vorschläge seien endlich in Angriff zu nehmen. Die Energiestrategie 2020 zielt auf Energiesparen, den forcierten Ausbau der Ökoenergie und der Wasserkraft sowie auf die thermische Sanierung. „Ein Stärkefeld der Steiermark ist die Ökowärme. Mit den bestehenden Biomassepotenzialen aus den Wäldern und Äckern können bis 2020 105.000 Privathaushalte und 15.000 öffentliche Dienstleistungsgebäude auf Biowärme umgestellt werden. Für diesen forcierten Ausbau muss die öffentliche Hand Signale setzen“, verlangt Wlodkowski. Und Wirtschaftskammer-Präsident Ulfried Hainzl ergänzt: „Bei der thermischen Sanierung muss die Sanierungsrate deutlich gesteigert werden. Ziel ist es, jährlich drei Prozent des vor 1990 errichteten Hausbestandes zu sanieren. Wenn wir dies zwölf Jahre durchziehen, schaffen wir es, den Endenergieverbrauch um 5,3 Prozent zu verringern.“ Ein klares Bekenntnis seitens beider Sozialpartner gibt es auch zur Verwirklichung der geplanten Murkraftwerke.
Kritik an Natura 2000
Eine sehr kritische Haltung nehmen Wirtschaftskammer und Landwirtschaftskammer auch zu den sehr großflächig ausgewiesenen Natura 2000-Gebieten in der Steiermark ein. Rund 16 Prozent der Landesfläche sind als 41 Natura 2000-Gebiete betroffen. Wirtschaftstreibenden und Bauern drohen Einschränkungen, wenn deren Betriebe in ausgewiesene Natura 2000-Gebiete fallen. „Wir bekennen uns zum Naturschutz, allerdings darf weder Wirtschaftstreibenden noch Bauern ein wirtschaftlicher Nachteil entstehen“, betonen Hainzl und Wlodkowski. Bei Nutzungseinschränkungen fordern Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer entsprechende Entschädigungen durch einen freiwilligen Vertragsnaturschutz. Heftig kritisiert Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski das willkürlich und viel zu großflächig ausgewiesene Natura 2000-Gebiet in den Niederen Tauern und verlangt: „Eine Reduktion des Natura 2000-Gebietes in den Niederen Tauern auf ein realistisches Maß.“
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