PK mit europäischen Entscheidungsträgern am Milchviehbetrieb der Familie Madl in Seckau

„Wir kämpfen auf allen Ebenen und knüpfen Allianzen“, sagt Grillitsch anlässlich des Besuches von Daul. „Gemeinsam mit Frankreich bemühen wir uns um eine gemeinsame Vorgehensweise in Richtung einer neuen EU-Milchmarktordnung. Die Europäische Kommission muss ihre Interventions- und Aufkaufpolitik von Butter und Magermilchpulver fortsetzen“, stellt Grillitsch klar, „denn erst wenn der Markt auf der Angebotsseite bereinigt ist, kann der Milchpreis wieder steigen.“ Falls die Kommission, wie bereits angekündigt, die Interventionskäufe im kommenden Frühjahr aber einstellen sollte, steigt unwillkürlich wieder der Preisdruck“, befürchtet Grillitsch. Und die geringe Preisentspannung um 1 bis 3 Cent pro Kilogramm Rohmilch-Erzeugerpreis, die sich inzwischen bemerkbar macht, „wäre vergeudet, als ob man eine aufgezogene Feder ruckartig wieder losließe.“ Der Bauernbund-Präsident verstärkt deshalb alle Anstrengungen auf EU-Ebene. EVP-Chef Daul sichert Grillitsch bei der Durchsetzung eines „Fünf-Punkte-Programms“ seine volle Unterstützung zu. Beim gestrigen deutschen Milchgipfel hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel dieses Maßnahmenpaket für die Milchwirtschaft vollinhaltich bekräftigt.

Wlodkowski unterstreicht Forderungen
Bauernbundlandesobmann Präsident Gerhard Wlodkowski erklärt, dass sich die europäischen Bauernverbände einig sind, in ihren Forderungen an die EU-Kommission durch diese Sofortmaßnahmen die Milchproduktion in unseren bäuerlichen Familienbetrieben aufrechtzuerhalten. "Wir sind derzeit einem enormen Preisdruck ausgesetzt und müssen diese Maßnahmen umgehend umsetzen", schloss er seine Ausführungen.

EU muss Irreführung von Konsumenten unterbinden.
„Demnach müssen die Exporterstattungen für Butter, Milchpulver und Käse erhöht werden. Auch die Möglichkeiten der Absicherungen über Exportfinanzierungen sind auszuschöpfen“, formuliert Grillitsch eine zentrale Forderung. Weiters sind die Beihilfen für Magermilch und Magermilchpulver für Futterzwecke EU-seitig wieder zu aktivieren. Zudem müsse die Kennzeichnung im Lebensmittelbereich europaweit verbessert werden. „Wir sind den Verbrauchern ordentlich gekennzeichnete Produkten schuldig. Mündige Konsumenten wollen schlichtweg keinen Analogkäse“, stellt Grillitsch klar. Denn was in Österreich mit der Codex-Regelung bereits verboten ist, wird in der EU aber weiterhin praktiziert. Das sei eine Irreführung des Konsumenten.“ Als fünften und letzten Punkt verlangt Grillitsch von der EU-Kommission die Erhaltung einer flächendeckenden Landwirtschaft. „Keine Ausstiegsförderung, sondern den heimischen Lebensraum, der von kleinstrukturierten Milchviehbetrieben wesentlich geprägt wird, erhalten.“

Ökosozialer Weg muss auf WTO Ebene umgesetzt werden
Präsident Daul und MEP Elisabeth Köstinger sind sich einig, dass unsere Ökosoziale Marktwirtschaft unbedingt auf WTO Ebene umgesetzt werden muss."Gerade für die Entwicklungsländer ist es von großem Interesse, dass dieser Weg Einzug in die WTO findet, denn sie könnten mit ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltigen Spielregeln Anschluss an ein weltweites Wirtschaftssystem bekommen und die Lebensqualität ihrer Bewohner langfristig enorm steigern", ist sich Köstinger sicher. "Die größte Gefahr besteht darin, dass die USA weiterhin die WTO Verhandlungen blockieren und in Zukunft nur auf bilaterale Verträge setzen, dies würde eine nachhaltige globale Wirtschaft unter gleichwertiger Einbindung von Industrie- und Entwicklungsländern in Zukunft unmöglich machen," warnte Präsident Daul abschließend.

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