Nach dem agrarpolitischen Bericht von Bauernbundlandesobmann ÖR Gerhard Wlodkowski und dem Tätigkeitsbericht von Direktor Franz Tonner folgte der Höhepunkt, nämlich das Referat unseres Gastes, des Direktors des Österreichischen Bauernbundes, Johannes Abentung.

Zuerst erzählte er über seinen Lebensweg, wie er vom elterlichen Hof in Götzens bei Innsbruck 1987 als Jungjurist über Vermittlung der Tiroler Jungbauernschaft nach Wien gekommen ist und schließlich vom Sektionsleiter der Abt. Recht im Lebensministerium Ende vergangenen Jahres zum Österreichischen Bauernbunddirektor geworden ist.

Besonders spannend waren dann aber seine Ausführungen in Bezug darauf, was die Gesellschaft vom nachhaltigen Leben der bäuerlichen Welt lernen kann.

Der Bauer überlegt im Winter, was er nächstes Jahr anbauen wird, wie er seine Felder bestellt. Er redet mit seiner Familie, seiner Frau und den Nachbarn über seine Pläne, nimmt auch ihre Sichtweisen und Anregungen in seine Planung auf. Die Familie ist überhaupt das Wichtigste, ohne Familie gibt es keine Zukunft für den Hof. Im Frühjahr sät er dann, er bestellt die Felder. Der Bauer setzt den Plan, den er sich im Winter zurechtgelegt hat, in die Tat um. Sobald er begonnen hat, diesen umzusetzen, ändert er ihn nicht mehr. Dann hegt und pflegt er seine Felder, oft Tag und Nacht. Trotz der großen Anstrengungen, die er auf sich nimmt, weiß er aber ganz genau, dass der Erfolg nicht von ihm allein abhängt, sondern dass der liebe Gott da auch entscheidend daran beteiligt ist. Im Herbst bei der Ernte verkauft oder verbraucht er aber nicht alles, er legt einen Teil davon zurück, um im Frühjahr wieder säen zu können. Dies ist der bäuerliche Kreislauf, der praktisch seit 10.000 Jahren unverändert und ausgesprochen gut funktioniert.

Demgegenüber steht die andere Welt, die der Händler.

Sie produzieren nichts, sie schauen nur, dass sie einen ordentlichen Gewinn machen. Wir brauchen grundsätzlich beide Bereiche und dazu eine gewisse Verwaltung, die das ganze koordiniert. Ein großes Problem besteht nur dann, wenn einer der Bereiche überhand nimmt. So ist dann auch die Wirtschaftskrise entstanden. Werte wurden gehandelt, die so gar nicht vorhanden waren. Das ist auch ein Problem der Politik. Bäuerliches Denken gehört in die Politik! Wir leben derzeit in einem stillen Weltkrieg um Rohstoffe und Wohlstand. Bis 2050 brauchen wir 250 Mio ha zusätzliche Ackerfläche, um unsere Weltbevölkerung zu ernähren. Der Verteilungskampf auf der Erde wird härter. Die bäuerliche Landwirtschaft hat in Schwellen- und Entwicklungsländern so keine Chance. In Europa sind wir da anders. Wir haben eine große demokratische Tradition und trauen uns auch einmal gegen negative Tendenzen von außen entsprechend aufzutreten. Wir müssen gemeinsam versuchen, dass wir überleben können und dürfen uns nicht um Nichtigkeiten streiten. „Um auch als ÖVP überleben zu können, müssen wir im Bauernbund intern einig sein“, mahnte der Direktor ein, auch in Zukunft zusammenzuhalten und geschlossen aufzutreten.
Es braucht Zusammenhalt und eine gemeinsame Diskussion über die Landwirtschaft, wie wir sie in Zukunft haben wollen. Wir müssen in Zukunft in Wertschöpfungsketten denken und somit unsere Werkbank verlängern.
„Nur wenn es dem Bauernbund gut geht, geht es der ÖVP gut“, leitete der Direktor dazu über, nachzudenken, wie wir junge Leute an uns binden können, damit wir auch in Zukunft genug Funktionäre und Mitglieder, die für unsere Interessen einstehen, haben. Wir müssen die jungen Bauern und die Landjugendmitglieder früh genug an uns binden.
Daher ist es auch ein tolles Zeichen, dass der Bauernbund mit Elisabeth Köstinger eine junge Kandidatin zur Wahl ins Europäische Parlament nominiert hat, die aus der Landjugend und Jungbauernschaft kommt. „Wenn Köstinger nicht ins EU-Parlament kommt, ist die Geldtasche für die landwirtschaftlichen Familien ab 2013 nur noch halb so dick“, mahnte der Direktor die Gäste nocheinmal dazu ein, morgen zur Wahl zu gehen und Elisabeth Köstinger ihre Vorzugsstimme zu geben. Eine Reduktion und Umschichtung von Agrarmitteln ist auf das härteste zu bekämpfen.

Abschließend gab es von Direktor Abentung noch ein großes Lob für den Steirischen Bauernbund, weil wir der erste Landesbauernbund waren, der in einer großen Bewegung Elisabeth Köstinger vom ersten Augenblick an landesweit unterstützt hat!
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