AUSGANGSLAGE: Die Erzeugerpreise für Milch befinden sich in Europa auf einer bis dato ungekannten Talfahrt. Die Gründe für die historisch tiefen Preise auf den Märkten für Milchprodukte liegen im weltweiten Nachfrageeinbruch bei Molkereiprodukten, der Austausch von Rohstoffen auf Basis tierischer Fette mit pflanzlichen Fetten in der europäischen Lebensmittelindustrie sowie ein erhöhtes Angebot von Milchprodukten durch die großen Agrarexportländer. Die Agrarpolitik und die Molkereiwirtschaft sind nunmehr gefordert, angesichts der völlig neuen wirtschaftlichen Situation, Konzepte und Lösungsvorschläge zu erarbeiten, die eine Milcherzeugung in Österreich auch in Zukunft ermöglichen.

WAS WOLLEN DIE ANDEREN: Die SPÖ fordert eine Verlängerung der Milchquote in Österreich auch nach 2015, auch wenn völlig klar ist, dass es dafür keine politischen Mehrheiten in der EU gibt. Gleichzeitig blockiert sie die Umsetzung des Marktordnungsgesetzes im Parlament und damit den Beschluss des Agrarpaketes für die Landwirtschaft. Andere Parteien wollen die Krise am Milchmarkt nutzen, um die Bauern zu spalten und die politische Geschlossenheit innerhalb der Bauernschaft zu brechen.

UNSER STANDPUNKT: Aus heutiger Sicht ergeben sich zwei strategische Stoßrichtungen die in Zukunft verfolgt werden müssen. Einmal in der klaren Einforderung der Sicherung von EU-Direktzahlungen und einer EUMarktordnung auch nach 2013. Weiters im Ausdehnen des Engagements des Bauernbund auf marktwirtschaftliche Angelegenheiten, um den Bauern eine Antwort anstelle der abgeschafften staatlichen Quotenregelung bieten zu können (z.B. Privatwirtschaftliche Lieferverträge statt einer staatlichen Milchmengenregelung). Weiters fordert der Bauernbund die Umsetzung des Stufenplans zur kurzfristigen Hilfe für Österreichs Milchbauern wie: Liquiditätssicherung für die Bauern d.h.: Erstellung einer Analyse und eines entsprechenden Berichts über die tatsächliche Situation der Bauern, Aussetzung der Milchquotenaufstockung, die Verschärfung der Saldierung, Ausbau und Verstärkung der Marketingmaßnahmen durch die AMA und die Einrichtung einer Milchreformkommission.

SO GEHT´S WEITER: Der Milchkongress ist der erste Schritt in Richtung Umsetzung unserer Forderungen. Noch im Juni soll mit den Arbeiten für die künftige Ausrichtung der Bauernbundarbeit begonnen werden. Weiters wird der Bauernbund den politischen Druck auf die SPÖ im Parlament erhöhen, um eine rasche Beschlussfassung des Marktordnungsgesetzes zu erwirken.
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