Statements von Landesobmann Gerhard Wlodkowski
Wlodkowski bedauerte insbesondere das aktuelle politische Klima im Land, wo das Schalten von Inseraten an die Stelle von zügigem politischem Agieren getreten ist. Vor allem der aktuelle Pensionistenbrief von Kanzler Gusenbauer (SP) sei eine völlig unverständliche Angelegenheit. Die Volkspartei müsse daher sehr deutlich machen, dass sie es war, die in Zeiten der Rezession mit einer Pensionssicherungsreform einen europaweit anerkannten Weg eingeschlagen habe.

Zu den aktuellen bäuerlichen Fragen wie „Health Check“ und „Grüner Pakt“ hielt Wlodkowski unmissverständlich fest, dass „Bauern freie Unternehmer und keine pragmatisierten Angestellte sind.“ Niemand müsse beim Umweltprogramm teilnehmen, dieses aber schlecht zu reden, obwohl Österreich in Relation so viel Geld wie kein anderes Land an EU-Förderungen für die Landwirtschaft in Brüssel herausgeholt hat, sei völlig unangebracht. Der Bauernbundobmann erinnerte auch daran, dass Brüssel zuletzt die Programme sogar für ein Jahr aussetzten wollte.

Die „Offenlegung“ der Förderungen sei beschlossene Sache, nun gehe es vor allem darum, der Öffentlichkeit zu kommunizieren, dass jeder Cent hier gerechtfertigt sei. Sorgen machen Wlodkowski zwei Entwicklungen in der „Gemeinsamen Agrarpolitik“ der EU: die Debatten um die Aufhebung der Milchquote sowie die Bestrebungen künftig innerhalb der Gemeinschaft nur mehr „Regionalmodelle“, und nicht mehr auch, wie bisher und in Österreich gebräuchlich, „Betriebsmodelle“ bei den Ausgleichszahlungen zuzulassen. In diesem Zusammenhang appellierte Wlodkowski an die Bauernschaft, sich nicht auseinander dividieren zu lassen. Man werde auch weiterhin erfolgreich verhandeln können, allerdings nur mit einer solidarischen einigen Bauernschaft als Fundament.

In diesem Zusammenhang übte er auch scharfe Kritik an den Vertretern der IG Milch und der sich neu formierenden IG Fleisch. Letztere brauche man angesichts der starken Erzeugergemeinschaften überhaupt nicht und erstere treibe einen Keil zwischen den „kleinen“ und „großen“ Milchlieferanten – auch – zum Schaden der Molkereien. Das sei zutiefst unsolidarisch.
Für den Inhalt verantwortlich: © Steirischer Bauernbund, Reitschulgasse 3/I, 8010 Graz | Telefon: ++43 316 826361 | Telefax: ++43 316 826361-16 | email