Bundesbauernrat in der Steiermark
Am 3. November tagte der Bundesbauernrat des Österreichischen Bauernbundes erstmals in der Steiermark. Neben den Grußworten von Bürgermeister Siegried Nagl und Landeshauptmannstellvertreter Hermann Schützenhöfer durften sich die Besucher auf interessante Referate von Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch und Bundesminister Josef Pröll freuen.

Die Obfrau der Bauernbundjugend, Elisabeth Köstinger, präsentierte das Jugend-Zukunftspapier „Die Zukunft lebt am Land“. Auch Gastreferent KR Ing. Siegried Wolf, Vorstandsvorsitzender und CEO von Magna und Vizekanzler Wilhelm Molterer strichen die Wichtigkeit des ländlichen Raums in seinem Vortrag hervor.

„Der Bauernbund ist stolz auf die Leistungen der Bäuerinnen und Bauern und konsequent beim Durchsetzen seiner Forderungen. Und das wird auch in Zukunft so sein“, erklärte Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch beim heutigen Bundesbauernrat in Graz. Die stärkste Teilorganisation der ÖVP zeigte sich bei ihrer alle zwei Jahre stattfindenden Tagung kampfeslustig und zukunftsorientiert. Der Bauernbund, den Grillitsch als “Speerspitze der ÖVP“ bezeichnete, startete damit seine Zukunftsoffensive für die heimische Land- und Forstwirtschaft und den gesamten ländlichen Raum. Mit seinem Zukunftspapier, der „Grazer Erklärung“, gibt der Bauernbund klare Perspektiven vor. Grillitsch ermahnte vor allem die SPÖ-Regierungsmitglieder, wieder stärker auf die sachliche Ebene zurückzukehren und die parteitaktischen Spielchen hintanzustellen. „Wenn man will, geht es ja, wie das jüngste Beispiel bei der Einigung zur Betriebsvorsorge zeigt“, so Grillitsch.

Die Zukunft lebt am Land. „Ein aktiver ländlicher Raum braucht eine lebendige Land- und Forstwirtschaft. Immerhin sichert der Agrarsektor rund 530.000 Arbeitsplätze“, erklärte Grillitsch. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, setzt der Bauernbund auf die jetzigen und künftigen Betriebsführer. „Nur mit klaren Perspektiven und politisch stabilen Rahmenbedingungen können wir die Jugend ermutigen, die bäuerlichen Familienbetriebe weiterzuführen. Wir werden auch weiterhin gegen jede Belastung von Grund und Boden kämpfen sowie Eigentum schützen“, betonte der Bauernbundpräsident.
„Aus- und Weiterbildung sind das wichtigste Gut und Voraussetzung für unternehmerisches Denken der jungen Landwirte“; erklärte Elisabeth Köstinger, Obfrau der Jungbauernschaft. „Damit die jungen Menschen aber auch am Land bleiben und gerne dort leben, brauchen wir nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch ein ausreichendes Kultur- und Freizeitangebot sowie Bildungsstätten und eine Aufwertung der Bezirksstädte“, forderte Köstinger.

Mehr Unterstützung für Familien Für den Bauernbund werden auch in Zukunft Familien mit Kindern im Mittelpunkt stehen. Grillitsch spricht sich für eine weitere steuerliche Begünstigung von Familien und für einen Ausbau der Kinderbetreuungsplätze am Land aus. Ebenso wichtig sei eine verstärkte Unterstützung für pflegende Angehörige und die soziale Absicherung ihrer Familien.

Agrarische Herausforderungen meistern Der Bauernbund wird sich auch in Zukunft mit voller Kraft für die Interessen der Land- und Forstwirtschaft einsetzen. „Wir werden demnächst viele weitere Themen in Angriff nehmen. Auf unserer Aufgabenliste stehen die Ökostrom-Novelle, die Betriebsmittelentlastung und der Bürokratieabbau. Außerdem werden wir gegen die Totalliberalisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik kämpfen. Die Zukunft der Milchquote ist eine zentrale Fragestellung und der geplante Health Check darf keinesfalls zu einer Reform durch die Hintertür werden“, so der Bauernbundchef. „Hier gehen wir Hand in Hand mit unserem Landwirtschaftsminister Sepp Pröll“, so Grillitsch.

Keine Geheimnisse bei Offenlegung der Agrarförderung Neben Zukunftsthemen widmete sich der Bauernbundpräsident auch aktuellen Themen wie der bevorstehenden Offenlegung der Agrarförderung: „Wir haben nichts zu verbergen“. Grillitsch gab zwar unmissverständlich zu verstehen, dass er zwar keine Freude damit habe, betonte aber: "Jeder Euro ist verdient, weil die Leistung unserer Bäuerinnen und Bauern stimmt. Und dies ist messbar", so Grillitsch. So nehmen zum Beispiel 80% der heimischen Betriebe mit 90% der Fläche am Agrar- und Umweltprogramm teil. Die Nitratkonzentration im Sickerwasser ist seit 1995 um 61% gesunken. Und in Österreich gibt es bereits rund 20.000 Biobetriebe. „Die rot-grünen Neidgenossen, die bereits unterwegs sind, wollen in Wahrheit weniger Geld für die Bauern und dafür mehr Auflagen“, erklärte Grillitsch. „Wir verlangen, dass auch für alle anderen Bereiche in Politik und Wirtschaft die Förderungen offen gelegt werden. Das darf keine Diskussion am Rücken der Bauern werden“, forderte der Bauernbundpräsident.

Trotz harter Zeiten viele Erfolge für die Bauern erkämpft Das Koalitionsklima war in diesem Jahr sehr angespannt. Grillitsch fordert die SPÖ auf, klare Perspektiven für den ländlichen Raum auf den Tisch zu legen. „Unser Koalitionspartner hat es uns wahrlich nicht immer leicht gemacht. Die Zeiten sind hart, aber wir sind härter. Der Bauernbund musste bei der Marktordnung Zähne zeigen und ist dabei als Anwalt für den gesamten ländlichen Raum und den Bauernstand erfolgreich aufgetreten“, zog Grillitsch Bilanz über das vergangene Jahr. „Während Kanzler Alfred Gusenbauer als Moderator auftritt, ist unser Vizekanzler Wilhelm Molterer ein Macher, der konstruktiv und Energie geladen für dieses Land arbeitet“, betonte Grillitsch. „Molterer hat in Windeseile das Doppelbudget für die Jahre 2007 und 2008 ausverhandelt. Damit ist garantiert, dass kein Cent an Agrargeldern in Brüssel liegen bleibt“, so Grillitsch. Der von Molterer ausverhandelte Finanzausgleich bringe mehr Geld für kleine Gemeinden und damit für den gesamten ländlichen Raum. Außerdem sei mit der Auszahlung der Agrardieselrückvergütung in voller Höhe ein weiteres zentrales Versprechen aus dem Regierungsübereinkommen eingelöst worden.

„Wir kämpfen für unsere Bäuerinnen und Bauern und für unser Land. Der Bauernbund setzt auch in Zukunft auf die Jugend und auf den ländlichen Raum“, erklärte Grillitsch abschließend.
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