Europäische Kommission fordert strengere Umweltauflagen im „Grünen Pakt“

AUSGANGSLAGE: Die Europäische Kommission wird in den nächsten Tagen einen umfassenden Fragenkatalog zum „Grünen Pakt“ an Österreich übermitteln. Damit kann Österreich endlich in konkrete Verhandlungen zur Programmgenehmigung treten. In den nächsten Tagen werden in etwa 180 Fragen erwartet, wovon ein Großteil rein technischer Natur ist. Ein Teil der Fragen betrifft jedoch auch maßgebliche Teile des Programms. Es muss damit gerechnet werden, dass die Kommission auch inhaltliche Veränderungen verlangen wird, dabei werden vor allem massive Verschärfungen der Umweltauflagen gefordert. Die Gesamtsumme von 3,9 Milliarden Euro, die Bundesminister Pröll in Brüssel für die Ländliche Entwicklung 2007 bis 2013 ausverhandelt hat, steht dabei außer Streit.
INHALT: Es wurde angekündigt, dass die Europäische Kommission das Umweltprogramm in wichtigen Teilbereichen verschärfen will. Die offizielle Genehmigung des „Grünen Paktes“ könnte bis zum Frühherbst dauern und die Auszahlungstermine könnten nach hinten verschoben werden. In einigen Bereichen könnte es darüber hinaus zu Veränderungen im Programm durch strengere Auflagen kommen. Hinterfragt werden vor allem:
    ● die umweltgerechte Bewirtschaftung von Acker- und Grünlandflächen, ● die Begrünung von Ackerflächen, ● die Prämienhöhe bei der Steilflächenmahd (OH1), ● Weidehaltungsmaßnahmen sowie ● das Salzburger Regionalmodell, mit der Begründung, dass dessen Ziel – nämlich die Grünlanderhaltung eine Fördervoraussetzung im Rahmen der Cross Compliance sei.

STANDPUNKT des Bauernbundes: Wir müssen an der österreichischen Position festhalten und diese mit Nachdruck und Härte verhandeln. Das Landwirtschaftsministerium und die Kommission sind aufgefordert, die offenen Fragen zügig zu klären, um unseren Bäuerinnen und Bauern endlich Planbarkeit zu garantieren. An den Ausgabeblöcken und den Gesamtgeldbeträgen darf nicht gerüttelt werden. Und es muss sichergestellt werden, dass die Auszahlungen jedenfalls noch heuer erfolgen. SO GEHT´S WEITER: Die Antragstellung für den Mehrflächenantrag läuft noch bis 15. Mai 2007. Im Laufe dieser Woche werden in etwa 70 % der Bauern ihren Antrag bereits abgegeben haben. Es wird jedenfalls empfohlen, die Anträge auf Basis des in Brüssel eingereichten Programms zu stellen und die Anträge fristgerecht abzugeben.
Für den Inhalt verantwortlich: © Steirischer Bauernbund, Reitschulgasse 3/I, 8010 Graz | Telefon: ++43 316 826361 | Telefax: ++43 316 826361-16 | email