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Apr 20

Die brennenden Fragen junger Bauern

Bundespräsidentschaftskandidat Andreas Khol beantwortet die Fragen von sechs jungen Bäuerinnen und Bauern über Landwirtschaft, seine Familie und seine Kandidatur.

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Jürgen Albrecher

Jürgen Albrecher: Was bedeutet für Sie der Begriff „Heimat“?

Andreas Khol: Vaterlands- und Heimatliebe sind Grundwerte, die alle Zeiten überdauert haben. Ich bin überzeugter denn je, dass unsere Heimat auf einem starken Grundwerte-Sockel steht, der zu den Stärken unseres Landes gehört. Mit der blühenden Bürgersolidarität in der Bürgergesellschaft – auch sie eine Stärke Österreichs – können wir unser Land auch in die Zukunft hinein gestalten und sichern.

 

 

 

 

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Katrin Jauschnig

Katrin Jauschnig: Warum soll gerade ich als junge Mutter und Bäuerin Sie wählen?

Khol: Ich habe sechs Kinder (drei Töchter und drei Söhne) und 15 Enkelkinder. Durch meine Töchter und Schwiegertöchter weiß ich, was die Anliegen von Frauen sind und werde mich dafür auch stark machen. Denn ich möchte, dass die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen an jedem Tag gehört und aufgenommen werden. In meiner Zeit als Nationalratsabgeordneter habe ich mich für die Einführung einer eigenen Bäuerinnenpensionsversicherung stark gemacht. Damit ist für das Berufsbild einer selbstständigen Bäuerin ein großer Schritt nach vorne gelungen.

 

 

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Franz Hartner

Franz Hartner: Wie stehen Sie zum Freihandelsabkommen TTIP?

Khol: Österreich hat als Exportland bisher immer von gut gemachten Handelsabkommen profitiert. Sie haben unseren Unternehmen mehr Erfolgschancen am internationalen Markt eröffnet und für neue Arbeitsplätze in Österreich gesorgt. Klar ist aber auch, dass die Qualität der Abkommen stimmen muss. Unsere hohen Standards – vor allem beim Arbeitsrecht, der Produktsicherheit sowie beim Verbraucher-, Gesundheits-, Umwelt- oder Datenschutz – dürfen nicht abgesenkt werden. Hier darf es keinen Verhandlungsspielraum zulasten österreichischer und europäischer Qualität geben. Aus österreichischer Sicht müssen Abkommen wie TTIP oder CETA zudem auf Fairness, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie basieren. Die Einbindung nationaler Parlamente ist dabei ebenso wichtig, wie die Einbindung der Bevölkerung mit ihren Sorgen und Ängsten.

 

 

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Elisabeth Reiterer

Elisabeth Reiterer: Worauf achten Sie beim privaten Einkauf von Lebensmitteln?

Khol: Beim Einkauf von Lebensmitteln achten meine Frau und ich immer auf die Herkunft. Österreich hat eine kleinstrukturierte Landwirtschaft und keine Agrarfabriken. Mir liegt sehr viel an einer flächendeckenden bäuerlichen Landwirtschaft. Die Erhaltung dieser Strukturen wird nur dann gelingen, wenn die Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich bereit sind, Produkte unserer heimischen Bauern zu kaufen. Meine Frau und ich bemühen uns, saisonales Obst und Gemüse von unseren heimischen Bauern zu kaufen – ich mag österreichischen Wein, österreichischen Käse, österreichisches Fleisch, österreichische Qualität. Nicht umsonst wird Österreich „der Feinkostladen Europas“ genannt.

 

 

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Friedbert Rumpold

Friedbert Rumpold: Wie würden Sie als Bundespräsident unsere klein strukturierte Landwirtschaft stärken?

Khol: Wir sollten unsere Bauernhöfe vor überbordender Bürokratie schützen. Für jede Betriebsgröße – vor allem aber für die kleineren Höfe – ist das eine extreme Belastung, weil es viele Ressourcen bindet. Das gilt übrigens für die gesamte Wirtschaft. Weniger – gerade für kleinere Betriebe – wäre hier mehr. Bauern müssen entlastet werden, was die Gebühren und Abgaben und Sozialversicherungsbeiträge betrifft. Und auch Bauern haben ein Recht auf ein entsprechendes Einkommen, damit sie am allgemeinen Wohlstand teilhaben können. Die Wiedereinführung der Erbschaftssteuer, wie sie eine Mitbewerberin fordert, ist grundsätzlich abzulehnen. Denn Steuern auf Vermögen sind leistungs- und wirtschaftsfeindlich. Vor allem aber auch wenig nachhaltig. Binnen dreier Generationen wäre das Vermögen eines Hofes wegversteuert. Landwirtschaftlicher Grund und Boden garantiert allen Österreicherinnen und Österreichern sichere heimische Lebensmittel und darf daher nicht für kurzfristige Steuereffekte verprasst werden.

 

 

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Verena Klöckl

Verena Klöckl: Warum sind Sie der beste Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten?

Khol: Ich bin Universitätsprofessor für Verfassungsrecht, war Abgeordneter zum Nationalrat, erster Präsident des Nationalrates – wo ich gezeigt habe, dass ich überparteilich arbeiten kann –, Klubobmann, sowie ehrenamtlicher Obmann des Seniorenbund und Präsident des Seniorenrates. Darüber hinaus konnte ich beruflich schon reichlich internationale Erfahrung sammeln, wie beispielsweise als Generalsekretär der Europäischen Demokratischen Union oder als internationaler Mitarbeiter im Sekretariat des Europarates. Ich spreche neben Deutsch noch drei Fremdsprachen und zwar Englisch, Französisch und Italienisch. Ich bin ein Freund der offenen Worte, und bleibe das auch als Bundespräsident. Ich möchte ein Sprachrohr für die Anliegen der Österreicherinnen und Österreicher sein. Und da ich aus einer großen Familie komme, kenne ich die Sorgen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger jeder Altersklasse ganz genau. All das zeigt, dass ich die wichtigsten Eigenschaften eines Bundespräsidenten besitze: Erfahrung, Internationalität, Sprachenkenntnisse, die Fähigkeit ein Amt überparteilich auszuführen und Bürgernähe. Meines Erachtens macht mich meine Biografie zu dem Bundespräsidentschaftskandidaten mit der meisten Erfahrung und mit den besten Voraussetzungen.

 

 

03-So08-148Zur Person

Geboren 1941

Aufgewachsen in Sterzing und Innsbruck

Verheiratet mit Heidi Khol

6 Kinder, 15 Enkelkinder

1963: Promotion zum Dr. jur. (Studium in Innsbruck und Paris)

1969: Internationaler Beamter im Europarat, Bereich Menschenrechte

Seit 1980: Universitätsprofessor

1983 – 2006: Abgeordneter zum Nationalrat

1994 – 2002: Klubobmann ÖVP-Klub

2002 – 2006: Präsident des Nationalrates

2005 – 2016: Präsident des Österreichischen Seniorenrates und Bundesobmann des Seniorenbundes

 

 

Fotos: Peter Rigaud, privat und Augenblick