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Apr 15

Bäuerinnen sichern Lebensmittel in Spitzenqualität

„Die Konsumenten haben Sehnsucht nach bäuerlichen Lebensmittel, nach intakter Kulturlandschaft und Heimat. Unsere Bäuerinnen sind glaubwürdige Botschafterinnen des ländlichen Raumes und für die Vielfalt der Lebensmittel. In der bäuerlichen Interessenvertretung wollen wir diesen Weg unterstützen durch Bildung und Beratung“, unterstrich Franz Titschenbacher, Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark, bei der Festveranstaltung im Congress Schladming.

BildDie steirische Bäuerinnenorganisation mit Landesbäuerin Auguste Maier an der Spitze feierte im Rahmen des Bundesbäuerinnentages das 60-Jahr-Jubiläum mit einer eindrucksvollen Präsentation der bisherigen Arbeit sowie mit Geburtstagstörtchen für alle 1.200 Festgäste.

„Wenn es um Lebensmittel geht, sind Österreichs Bäuerinnen die besten Expertinnen, denn die Erzeugung von hochwertigen Produkten ist ihre tägliche Arbeit. Dass wir heute mit unseren hochqualitativen Lebensmitteln weltweit im Spitzenfeld liegen, ist schließlich auch ein Verdienst der heimischen Bäuerinnen. Österreichs Verbraucher profitieren von dieser breiten Palette an Spitzenqualität bei Lebensmitteln. Dennoch ist die Verunsicherung beim Thema Ernährung und Essen groß. Mehr Transparenz bei der Angabe der Herkunft der Rohstoffe ist notwendig, um den Verbrauchern die Wahlfreiheit und den bewussten Griff zu heimischer Qualität zu erleichtern“, betonte Hermann Schultes, Präsident der LK Österreich, beim Bundesbäuerinnentag 2015 in Schladming.

„Österreichs Landwirtschaft bietet einen großen Mehrwert, den es zu verteidigen gilt. Wir brauchen eine verpflichtende Herkunftsangabe auf den Speisekarten der Restaurants, Gaststätten und Kantinen. Wir müssen unsere regionalen Spitzenprodukte schützen und dafür brauchen wir einen klaren Kopierschutz. Bis 2016 wollen wir mindestens 30 bis 50 neue geschützte Bezeichnungen für regionale Produkte wie etwa Wachauer Marille, Marchfelder Spargel, Steirisches Kernöl, Waldviertler Mohn umsetzen. Dies setzt voraus, dass die Zulassungsverfahren für Lebensmittel geschützten Ursprungs wesentlich vereinfacht werden. Es muss gelingen, Seite an Seite mit den Konsumenten Vertrauen in heimische Lebensmittel zu stärken. Unsere Bäuerinnen haben da eine Schlüsselfunktion im bäuerlichen Familienbetrieb. Schließlich sind sie besonders glaubwürdige Botschafterinnen und Vermittlerinnen im Dialog mit den Konsumenten“, unterstrich der LK Österreich-Präsident.

Rupprechter: Bäuerinnen als innovative Unternehmerinnen stärken. „Der ländliche Raum ist das Herz Österreichs. An der Spitze von knapp 40 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe stehen Frauen, die den ländlichen Raum mit Leben füllen. Mit dem neuen Programm für die ländliche Entwicklung schaffen wir Rahmenbedingungen, die den ländlichen Raum stärken. Jetzt geht es darum, diese Chancen zu nutzen und den ländlichen Raum als attraktiven Wirtschafts- und Lebensraum zu gestalten. Dabei kommt den Bäuerinnen als innovativen Unternehmerinnen eine besondere Rolle zu. Daher hat das Landwirtschaftsministerium gemeinsam mit dem LFI und der ARGE Bäuerinnen das Bildungsprojekt „Zukunftsorientierte agrarische Motivation“ ZAMm ins Leben gerufen. Die Auszeichnung von über 86 Teilnehmerinnen des ZAM-Zertifikatlehrgangs ´Österreichs Bäuerinnen zeigen Profil` ist ein Erfolg, der für sich spricht. Um die agrarische Weiterbildung noch leichter verfügbar zu machen, geht ZAMm jetzt online“, betonte Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter.

Karmasin: „Wir förderen aktiv Aus- und Weiterbildung von Tagesmüttern und -vätern“. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist die Basis für ein familienfreundliches Österreich, es ist mir daher besonders wichtig, optimale Rahmenbedingungen für Familien zu schaffen. Vereinbarkeit ist im ländlichen Raum ebenso ein Thema wie in der Stadt, zudem weil viele Bäuerinnen abgesehen von der Arbeit auf ihrem Hof auch oft noch einem weiteren Nebenerwerb nachgehen. Daher ist es besonders wichtig flexible Kinderbetreuungsangebote zu schaffen, die auf die Bedürfnisse der Familien auch außerhalb der großen Ballungszentren optimal eingehen. Ein Kindergartenbesuch kann in manchen Fällen aufgrund der geografischen Entfernung eine Herausforderung darstellen, aus diesem Grund haben wir in der 15a-Vereinbarung zum Ausbau des institutionellen Kinderbetreuungsangebotes besonders Rücksicht genommen auf Tagesmütter und Tagesväter, die eine praktische Alternative zum Kindergartenbesuch darstellen. Abgesehen von Lohnkostenzuschüssen fördern wir auch aktiv die Aus- und Weiterbildung von Tagesmüttern und –vätern“, erklärte Familienministerin Sophie Karmasin.

Schwarzmann: Bäuerinnen schauen auf´s Ganze – auf Lebensmittelqualität und Lebensqualität. „Mit dem Bundesbäuerinnentag wollen wir motivieren, Mut machen und Impulse für die Arbeit im bundesweiten Bäuerinnennetzwerk geben. Der Beruf Bäuerin ist mit seiner guten Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Selbständigkeit und Naturverbundenheit moderner denn je. Unser Ziel ist es, dass sich künftig junge, gut ausgebildete Frauen für den attraktiven Zukunftsberuf Bäuerin entscheiden und den Zukunftsraum Land mit Leben füllen“, hat sich Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann mit ihrem Bäuerinnen-Netzwerk zum Ziel gesetzt.

Mit der neuen Broschüre „Rechte der Frau in der Landwirtschaft“, die von den Rechtsexperten der Landwirtschaftskammern erstellt wurde, präsentierte die Bundesbäuerin im Rahmen der Festveranstaltung in Schladming die Neuauflage eines praxisgerechten Leitfadens für alle wesentlichen rechtlichen Fragen rund um Familie, Haus und Hof. „Diese neue Broschüre soll Ratgeber in besonderen Lebensphasen und Übergängen sein, wie etwa im partnerschaftlichen Bereich oder bei der Hofübergabe“, betonte Schwarzmann vor den rund 1200 Bäuerinnen, die aus allen Bundesländern zur Festveranstaltung nach Schladming (Stmk) gekommen waren.

Die Arbeitsgemeinschaft Österreichische Bäuerinnen wurde 1972 gegründet und vertritt als Österreichs größte Bäuerinnenorganisation die Interessen von rund 130.000 österreichischen Bäuerinnen. Die bundesweite Koordinierung der in allen Bundesländern vertretenen ARGE Bäuerinnen erfolgt in der Landwirtschaftskammer Österreich. www.baeuerinnen.at